Jahreshauptversammlung mit Jubilarehrung

Ehrung im Ortsverein Bad Salzuflen: von links Dr. Wolfgang Honsdorf, Christa Caspersen-Lehmann, Marion von Canstein, Dirk Düllmann, Elvira Multmeier und Bürgermeister Roland Thomas.

Zur Jahreshauptversammlung des SPD Ortsvereins Bad Salzuflen konnte Altbürgermeister Dr. Wolfgang Honsdorf zusammen mit seinem Nachfolger, Bürgermeister Roland Thomas, vier Parteimitglieder für 25-jährige und 40-jährige Mitgliedschaft ehren. In der Laudatio nahm der Bürgermeister in launigen Worten Bezug auf die Bibliographien der Jubilare. Geehrt wurden für 25 Jahre Elvira Multmeier, für 40 Jahre Marion von Canstein, Christa Caspersen-Lehmann und Dirk Düllmann. Die Jubilare erhielten zum Abschluss der Laudatio die Ehrenurkunde, Ehrennadel und Blumenstrauß überreicht.

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In der Jahreshauptversammlung erfolgte durch die Ortsvereinsvorsitzende Marion von Canstein der Rechenschaftsbericht und die weiteren Regularien des Kassen- und Kassenprüfberichtes. Des Weiteren wurden die Delegierten für den Stadtverband- und Kreisverband gewählt, sowie die Vorschläge für die Vertreter auf den Landes- und Bundesparteitagen.

Bei den aufwendigen Wahlverfahren konnten die Anwesenden die im Hotel Hamburg zur Stärkung gereichten belegten Brote genießen. Im Anschluss gab es noch im kleinen Kreis ein gemütliches Beisammensein.

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Wahlen und Wahlkampf

Der Vorstand: Carsten Mathes, Ralf Wiebusch, Marion von Canstein und Michael Böttcher (v. links).

Marion von Canstein ist als Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bad Salzuflen wiedergewählt worden. Bei der turnunsmäßigen Jahreshauptversammlung wurden außerdem stv. Vorsitzender Michael Böttcher, Hauptkassierer Ralf Wiebusch und Schriftführer Carsten Mathes in ihren Ämtern bestätigt. Beisitzer sind Peter Benthin, Eduard Böger, Claus Crustewitz, Dr. Wolfgang Honsdorf, Dr. Karl Slawinskiy und Dr. Jürgen Wolf.

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Zu Revisoren gewählt wurden Heiko Plessmann und Axel Reckendress.

Fraktionsvorsitzender Eduard Böger berichtet über die gut vorbereitete Kommunalwahl  die am 25. Mai mit der Kreistags- und Europawahl ansteht. Neben Plakaten und Flyern wird es zwölf Wahlkampf-Großplakate (so genannte »Wesselmänner«) geben.

Marion von Canstein dankte dem Wahlkampfteam für die gute Arbeit und kündigt die Mitarbeit des Ortsvereins an den Infoständen an.

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Bad Salzuflen

Die Gründung des Salzufler „Arbeiter-Bildungs-Vereins“ 1901 gilt als die Geburtsstunde der Sozialdemokratie in der Salzestadt. In der damaligen Nachbarstadt Schötmar bestand der SPD-Ortsverein zu diesem Zeitpunkt schon seit 23 Jahren. Die SPD in der Kernstadt hatte es eben schon immer etwas schwerer...

Im Vorfeld der Gründung gab es heftige Attacken der Lokalpresse. Bismarck wurde dort mit heftigen Aussagen zitiert: „Wenn wir unter der Tyrannei einer solchen Gesellschaft von Banditen leben sollen, dann hört jede Existenz auf.“ Oder: „Die sozialdemokratische Bewegung erfüllt die arbeitnehmenden Klassen mit Überhebung und Selbstüberschätzung, erweckt in ihnen die unlautersten Begierden und Leidenschaften, ... gewöhnt sie an das Kneipen- und Bummelleben... Um dem Skandal die Krone aufzusetzen, beteiligen sich neuerdings auch Weiber...“

Es gab jede Menge Hindernisse. Regierung und Behörden, konservative Fabrikbesitzer und Bürgermeister warnten, behinderten, agitierten, schikanierten. Trotzdem engagierten sich die Sozialdemokraten bei der Gründung von Jugendgruppen, Turnvereinen und anderen Verbänden. Auf unserer Gründungsfahne ist zu lesen:

„Nicht betteln, nicht bitten, nur mutig gestritten! Es kämpft sich nicht schlecht für Wahrheit und Recht!“

Die Fahne verschwand übrigens in der Nazizeit und wurde erst 1961 in Herford wieder ausfindig gemacht. Der SPD-Ortsverein Bad Salzuflen hat seine Gründung vor allem der Zähigkeit zweier Männern zu verdanken: den Handwerkern Christian Hoppenstock und Heinrich Schrage. Schrage erstritt übrigens auch das Recht für Repräsentantinnen der sozialistischen Frauenbewegung, in Salzuflen öffentlich zu reden. Der Ortsverein ist stolz darauf, dass sich schon die Männer der ersten Stunde für Frauenrechte eingesetzt haben.

1933 kam auch für die SPD in Lippe eine dunkle Zeit. In Bad Salzuflen mussten die Stadtverordneten den Nazis weichen, viele kamen in Untersuchungshaft. Nach dem Krieg gründete Fritz Brandt, der schon vor 1933 Ortsvereins-Vorsitzender war, die Gruppe neu. Er leistete wichtige Aufbauarbeit. Zusammen mit dem kommissarisch eingesetzten SPD-Bürgermeister Fritz Büker konnte viel für die Stadt erreicht werden.

Seitdem haben die Sozialdemokraten immer eine große Rolle in der Kommunalpolitik Bad Salzuflens gespielt. In vielen Jahren politischer Verantwortung hat die SPD das Gesicht des heutigen Bad Salzuflen geprägt. In ihrer mehr als 130-jährigen Geschichte hat die Sozialdemokratische Partei Deutschlands entscheidend zur Aufhebung verkrusteter Strukturen beigetragen und sich für eine gerechtere Gesellschaft eingesetzt.

Die heutige Demokratie in Deutschland ist auch politisches Arbeitsergebnis der SPD.